„Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ Apg. 4,20

Liebe Freunde!

 

Nun liegt fast ein Jahr Vereinsvorsitz hinter mir und ich blicke dankbar auf diese Zeit zurück. Viele Dinge haben mich dabei überrascht, vor allem die, die Stephan alle noch nebenher geregelt hat, so dass davon niemand so richtig etwas mitbekommen hat und die nun auch mit aller Arbeit auf mich zugekommen sind. Aber ich habe natürlich auch ein gut bestelltes Feld von Stephan geerbt und musste das Rad nicht an allen Ecken und Enden neu erfinden. Dafür bin ich dankbar. Gleiches gilt auch im Hinblick auf die Aufgabenteilung mit Daniel. Es ist enorm wichtig für mich, dass er die Betreuung des Leiterkreises übernommen hat und mir damit in vielerlei Hinsicht den Rücken freihält. Wir sind ein gutes Team und das wollen wir auch bleiben. Danke dafür.

Vor ein paar Wochen hatten wir „hohen“ Besuch. Unsere Generalsekretärin, Hildegard vom Baur war zu Gast im Leiterkreis. Sie hat in ihrer Andacht ein Bild gebraucht, um von der erfolgreichen Arbeit von großen Gemeinden zu berichten, die Tausende Menschen ansprechen. Diese Reichweite kommt ja nicht übernacht, sondern daran muss man lange arbeiten. Sie hat das Bild von einem Stein gebraucht, der ins Wasser geworfen wird und dabei immer größere und weitere Kreise zieht. Diese Kreise hat sie folgendermaßen beschrieben: Am Anfang steht man mit wenigen überzeugten Mitarbeitern da und es ist unmöglich sofort „den ganz großen Wurf zu machen“ und Tausende Menschen, die mit dem CVJM nichts zu tun haben, zu erreichen. Also muss man hingehen und den ersten kleinen Kreis ziehen, nämlich die eigenen bestehenden Angebote mit dem Verein Nahestehenden zu füllen. Dann den nächsten Schritt wagen - und ich sage bewusst wagen - und die eigenen Angebote ausweiten und aus den Nahestehenden Mitarbeiter machen,  um den nächsten Kreis ziehen zu können und dann den nächsten und immer weiter.

Es geht für mich darum, nun die ersten Schritte in diese Richtung zu machen. Nach wie vor verfügen wir über gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, die von dem reden, was sie mit Christus erleben. Damit können wir uns sehen lassen und nach wie vor erreichen wir so auch Jugendliche in unseren Gruppen, denen wir von Christus erzählen können. Als nächsten Schritt sehe ich z.Z. unsere Mitarbeit im Konfirmandenunterricht. Mit dem Konfijahrgang von Thomas Gössling haben wir eine Zusammenarbeit gestartet, die eine Verbindung zwischen unseren Mitarbeitern und den Konfirmanden schafft. Geplant ist, dass zwei bis drei feste Mitarbeiter den jeweiligen Konfijahrgang begleiten und sich dort einbringen. So haben wir z.B. am Jugendgottesdienst zum Kirchenjubiläum mitgearbeitet und wir werden auch bei dem geplanten Konficamp im Sommer mitarbeiten.

Ob diese Arbeit letztlich Früchte bringt, wird sich zeigen, es ist für mich aber eine Chance über den KU an Jugendliche heranzukommen. In den letzten Jahren sind etliche Jahrgänge von Konfirmanden schlichtweg an uns vorbeigelaufen, ohne dass wir jemanden für unsere Angebote, oder als Mitarbeiter gewinnen konnten. Eine Verzahnung sollte auf jeden Fall Früchte bringen.

Ich möchte jetzt auf einige Dinge des abgelaufenen Vereinsjahres eingehen:

Auf dem KV-Wochenende waren wir mit der Kinderbetreuung dran. Nachdem wir jahrelang von dem Angebot selbst profitiert haben, war es nun soweit und wir durften uns daran versuchen. Den Mitarbeitern ist dies so nachhaltig gelungen, dass ich noch vor einer Woche eine Karte vom CVJM Lendringsen erhalten habe. Die Kinder haben nämlich Zitat „ihre Spielpartner (vom letzten Jahr) gesucht“.

Wir waren auf den beiden Gemeindefesten vertreten. Es ist wichtig, dass wir dort präsent sind und dabei für unsere Zielgruppe ein buntes Programm bieten, sonst ist dort das Angebot für Jugendliche eher spärlich. Zusätzlich werden wir mit unseren gelben T-Shirts auch als CVJM wahrgenommen.

Zur Gruppenarbeit möchte ich nur kurz Stellung nehmen, dazu sollen gleich noch ausführlich die Gruppenleiter zu Wort kommen. In der Minijungschar gab es einen Wechsel in der Leitung. Christine Schnettler hat ihre Mitarbeit während ihrer Prüfungsvorbereitungsphase unterbrochen. Dafür arbeitet nun Sebastian Weldin mit. Sebastian und Anna Queisser leiten die Gruppen seit dem Sommer gemeinsam. Leider war damit auch ein Wechsel des Wochentages auf den Freitag verbunden und dieser Wechsel hat sich negativ auf die Teilnehmerzahlen ausgewirkt.

Im August hat wieder eine Renovierungsaktion im Heim stattgefunden. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bei allen Mitarbeitern bedanken.

Eine Sommerfreizeit fand 2005 leider nicht statt.

Leider mussten wir Mitte 2005 die Jungenschaft einstellen, da dort der Besuch gegen Null tendierte. Das waren für mich immer noch die „Nachwehen“, die der Abschied von Joachim Stritz verursacht hatte. Die Gruppe hat dies leider so nicht wegstecken können.

Mit Thomas Gössling, Daniel und Pamela Strauß und mir hat sich ein Kreis gebildet, der sich Gedanken über die weitere Jugendarbeit in Ergste macht. Dort ist auch der Gedanke mit der Verzahnung zum KU entstanden. Darüber hinaus arbeite ich noch im Gemeindebeirat mit. Dort treffen sich vierteljährlich Vertreter aller Gemeindegruppen der evangelischen Kirchengemeinde.

Die Situation im RJA und damit verbunden bei den Jugendreferenten ist nach wie vor sehr schwierig. Fakt ist, dass es den RJA Ergste-Westhofen in dieser Form nicht mehr gibt. Die halbe Stelle, die Heike Müller-Gerlach dort bekleidete, wenn es auch in Westhofen war, ist somit auch endgültig verloren. Im Kirchenkreis wurden drei Kooperationsräume gebildet. Für uns im Kooperationsraum West, bestehend aus Hohenlimburg, Schwerte, Westhofen und Ergste, ist Sylvia Kothe-Frankholz zuständig. Wir werden versuchen, sie entsprechend anzufordern.

Auf dem ökumenischen Weihnachtsmarkt waren wir mit einem Infostand zusammen mit der Johannisstiftung vertreten.

Seit dem Sommer war dann mein beruflicher Wechsel zum 01.01.2006 bekannt, über den ich mich natürlich sehr gefreut habe. Dies ergab sich jedoch zu einem Zeitpunkt, als ich gar nicht damit gerechnet habe und die Auswirkungen machen sich natürlich erst in diesem Jahr bemerkbar. So ist die Zeit bei mit schon mal knapp. Manche Dinge müssen sich dort eben erst einspielen.

Die Skifreizeit 2006 startete mit 7 Teilnehmern nach Matrei in Osttirol in Österreich.

Hier nun unsere traditionellen Aktivitäten, die ich nur kurz erwähnen möchte:

  • Mitarbeit Osterfeuer
  • Mitarbeit ök. Kreuzweg
  • Weltbundsgebetswoche
  • Mitabeiterwochenende Burg Billstein
  • Leiterkreistag im CVJM Heim
  • Besuch von KV- und Westbundveranstaltungen und Schulungen
  • Spielenächte
  • LAN Parties
  • Allianzgebetsabend
  • Vier Vorstandssitzungen

Vereinsstatistik:

Der Verein hatte zum 31.12.2005 50 Mitglieder. Davon waren 23 weiblich und 27 männlich. Es gab 2005 zwei Eintritte und vier Austritte. 2006 gab es bisher einen Austritt. Die Tendenz zeigt leider weiter nach unten und damit wieder unter die Marke von 50 Mitgliedern (Stand 28.02.2006). Es bleibt zu hoffen, dass sich der Tend besonders bei den Kindern und Jugendlichen umdreht.

 

Alter

Gesamt

männlich

weiblich

9 - 13 Jahre

2

0

2

14 - 16 Jahre

6

3

3

17 - 25 Jahre

14

10

4

ab 26 Jahre

28

14

14

Gesamt

50

27

23

Gruppensituation:

Gruppe                             Leitung

Minijungschar:                 Anna Queisser, Sebastian Weldin

Mädchenkreis:                Elke Zierke, Mitarbeit Lena Schröder

Jungmännerkreis:           Alexander Queisser, Martin Zierke

Taize:                               Susanne Pritz, Eva Baumkötter

Zur Gruppensituation sollen gleich noch unsere Gruppenleiter zu Wort kommen.

Weitere regelmäßige Angebote sind

  • Spielenächte vierteljährlich
  • LAN-Parties
  • Andachten im Stile von Taize

 

Der weitere Weg:

Wenn ich mir unsere Arbeit ansehe, dann muss ich feststellen, dass der Trend ganz klar weg von der Gruppenarbeit und hin zu anderen Angebotsformen geht. Ich sage das hier bewusst ganz wertneutral, weil alle Angebote Vor- und leider auch Nachteile mit sich bringen. Wir verfügen über gut ausgebildete, engagierte Mitarbeiter, die bis auf wenige Ausnahmen, alle die klassische CVJM Karriere, also unsere Gruppen durchlaufen haben. Mit diesem Pfund können wir wuchern, und ich bin froh über die Bereitschaft, die im Leiterkreis herrscht sich in die Arbeit einzubringen. Das fällt mir zurzeit wirklich positiv auf. Wenn ich dann aber unsere Gruppen sehe und feststellen muss, dass der Besuch dort leider immer weniger wird, dann muss ich mir natürlich die Frage stellen, ob die Gruppenarbeit, die wir alle in derklassischen Form durchlaufen haben momentan dran ist, oder ob nicht andere Angebotsformen gefragt sind. Wir sind jetzt, und das habe ich am Anfang schon kurz angerissen, mit Projekten in den KU eingestiegen. Für mich ist das ein Versuch dort Jugendliche zu erreichen, die wir sonst vielleicht gar nicht erreichen würden. Damit verbunden natürlich die Chance den Konfirmanden auch andere Angebote anzubieten, die über den KU hinaus gehen. Darüber denken wir zur Zeit intensiv nach. Dabei dürfen wir natürlich langfristig die Gewinnung von neuen Mitarbeitern nicht vernachlässigen. Dies ist bisher hauptsächlich über unsere Gruppenarbeit erfolgt. Aber es ist leider fraglich, ob es zukünftig noch die klassischen CVJM Karrieren in dem hohen Maße geben wird. Leider sehe ich auch genau hier den Nachteil, ich sollte besser die Schwachstelle, einer auf Projekte fokussierten Arbeit, nämlich aus dieser Arbeit genau so zuverlässige Mitarbeiter zu gewinnen, über die wir verfügen und die unsere Arbeit ausmachen.

Eine weitere Frage, die mich bewegt, ist die Frage nach den Interessen der Jugendlichen im allgemeinen. Ehrlich gesagt verstehe ich es nicht, dass Angebote, wie z.B. unsere Spielenächte von einem Reißer mit bis zu 30 Teilnehmern innerhalb von einem Jahr fast bis zur Nullnummer werden. Daraus stellt sich mir die Frage: Was wollen Jugendliche heute überhaupt?. Ist es wirklich so, dass wir die Interessen der Jugendlichen nicht mehr treffen, oder schwanken die Jugendlichen selbst in ihren Interessen so stark, dass sie jedem Trend nachrennen und damit Dinge, die heute total In sind, morgen schon wieder total Out sind. Wer hat da das Ohr an den Jugendlichen?

Schwierig gestaltet sich auch die diesjährige Sommerfreizeit, die nach Kroatien gehen sollte. Ob sie stattfindet, steht noch in den Sternen. Das Leitungsteam hat bereits das Einstiegsalter auf das Alter der Konfirmanden gesenkt und auch dort geworben. Woran es letztlich liegt, dass diese Freizeit bisher so schlecht angenommen wird, darüber lässt sich nur mutmaßen, da unsere Freizeiten bisher ja fast immer ein Selbstläufer waren, wenn es in den sonnigen Süden ging. Ich möchte euch die Freizeit auf jeden Fall als Gebetsanliegen empfehlen.

Nach den Investitionen der vergangenen Jahre, wie Vorplatz, Rampe usw., die doch an unseren Rücklagen gezehrt haben, werden wir nun wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Dies ist auch dadurch möglich geworden, weil uns die Kirchengemeinde den Teil der Zuschüsse für Mitarbeiterbildung, der bisher an den RJA ging, nun direkt überweist.

Nun komme ich langsam zu Ende. Wie ihr der Einladung entnehmen könnt, stehe ich in diesem Jahr zur Wahl. Dies ist so, weil die Satzung es so will. Ich bin gerne bereit wieder zu kandidieren und hoffe weiterhin auf euer Vertrauen.

Abschließen möchte ich mit dem Vers aus der Apostelgeschichte, mit dem ich auch meinen Jahresbericht begonnen habe und der so gut unseren Auftrag zusammenfasst. Wenn es uns gelingt, so von dem zu reden und Jugendlichen zu erzählen, was wir mit Christus erleben, dann ist das die beste Werbung, die wir für ihn und damit auch für unsere Gruppen und Angebote machen können:

„Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ Apg. 4,20

Danke fürs Zuhören und mitbeten.

 

Reiner Malchow       Ergste, 19.03.2006

 

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